Verwandtschaft unserer Lundehunde

Frau Dr. R. Kropatsch, Abteilung für Humangenetik an der Ruhr-Universität Bochum (Leiter Prof. Dr.med. J. Epplen)

hat anhand einer größeren Zahl von Blut- und Speichelproben Genanalysen durchgeführt. Diese haben ergeben,

dass aller Wahrscheinlichkeit nach alle jetzt lebenden Lundehunde von ein und demselben Elternpaar, Kvikk 2 und Mosti, abstammen.

Den vollständigen Bericht gibt's hier in Englisch zum Download:

J Hered-2015-Kropatsch-jhered_esv031.pdf
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Kreuzungsprojekt

Auszug aus einem Beitrag in NKK/HundeSport 1-15.

Die Zuchtstrategie des NLK (RAS) wird kurz erläutert. Als Einleitung werden einige Daten bzgl. der Lundehunde erklärt.

 

Download des vollständigen Artikels hier:

NLK-RAS.pdf
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GENTEST

NORDISCHE KENNEL UNION/WISSENSCHAFTLICHER BEIRAT hat eine Stellungnahme zu Gentests für Hunde veröffentlicht.
Diese Stellungnahme gilt auch für Lundehunde und zeigt in dieselbe Richtung wie die des VDH.
Diese Aussage zeigt deutlich, dass das mit viel Getöse propagandierte Verfahren bzgl. Lundehunde die Voraussetzungen bisher nicht erfüllt hat.

NKUstrategyregardingDNA-tests150107.pdf
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Dort steht u.a.:
The general approach of NKU/VK is to advice against the use of genetic tests for conditions where the inheritance is unclear. Tests for diseases that are influenced by many genes should be applied only in cases where evidence based on scientific publications has established that the mutation or mutations cause a significant and defined risk of disease, and provided that the condition is of clinical relevance in the breed concerned.

Deutsche Übersetzung:
NKU/WB rät davon ab genetische Tests dort zu verwenden wo die Vererbung unklar ist. Tests bezüglich Krankheiten, bei denen mehrere Gene eine Rolle spielen, sollen nur verwendet werden wenn wissenschaftliche Veröffentlichungen bewiesen haben, dass eine Mutation bzw. Mutationen ein deutliches und definiertes Risiko für eine Krankheit hat bzw. haben. Dabei wird vorausgesetzt, dass die Krankheit klinische Bedeutung für die betroffene Rasse hat.

Übersetzung: St.-E. Greter


Stellungnahme des VDH zum Lundehund-Test

Der Wissenschaftliche Beirat des VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) hat anlässlich seiner Sitzung am 02.11.2014

auf eine Anfrage der Leiterin des FB Zucht des DCNH (Deutscher Club für Nordische Hunde) nachfolgende Antwort gegeben

(veröffentlicht am 10.12.2014 auf dessen Homepage www.dcnh.de).

VDH-Distl-Stellungnahme.pdf
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Norsk Lundehund:

Auftrag zur Isolierung und Einlagerung von DNA

Auftrag DNA-Einlagerung NLH Biobank.pdf
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DNA-Biobanken für einzelne Hunderassen?

Jörg T. Epplen, Regina Kropatsch, Gabriele Dekomien
Humangenetik Ruhr-Universität, 44780 Bochum

Rassehund Dez 2010 Epplen.pdf
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Ererbt oder Neumutation?

Jörg T. Epplen, Wanda M. Gerding, Gabriele Dekomien

VDH UR-Magazin Nov 2011 Epplen.pdf
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Genetik und körperliche Leistung

Larissa Arning, Jörg T. Epplen;
Humangenetik Ruhr-Universität Bochum

VDH UR-Magazin Sept 2012.pdf
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Sinn und Zweck von DNA-Einlagerung

Für eine DNA-Einlagerung wird aus weißen Blutkörperchen zunächst die Erbsubstanz (DNA) isoliert. Die DNA-Probe wird dann tief gefroren gelagert und steht für eine große, wegen des Verbrauchs des Materials letztlich aber begrenzte Zahl von Untersuchungen zur Verfügung. Die Sammlung von DNA-Proben, die mit Daten ihrer Spender verknüpft sind bzw. verknüpft werden können, wird als DNA-Bank oder BIO-Bank bezeichnet. Die DNA-Einlagerung von möglichst allen in der Zucht stehenden Hunden einer jeweiligen Rasse bietet viele Vorteile.

DNA-Banken bzw. BIO-Banken sind u. a. wichtige Voraussetzungen zur Aufklärung der Ursachen und Mechanismen von Erbkrankheiten. Hierbei handelt es sich um Erkrankungen, für die krankhaft veränderte Erbanlagen (Mutationen) entscheidend sind - und vererbt werden. Mutationen könnten jederzeit neu entstehen und sich je nach Zuchtstrategie innerhalb einer Rasse mehr oder weniger schnell ausbreiten. Für die Identifizierung solcher krankheitsverursachender Mutationen können zum Beispiel Familien- Studien durchgeführt werden, für die nicht nur die Eltern, sondern auch die Großeltern von betroffenen Hunden untersucht werden müssen. Gerade bei Erkrankungen mit spätem Krankheitsbeginn stehen Großeltern aber häufig nicht mehr zur Verfügung. Zuvor angelegte DNA-Banken oder BIO-Banken können hier die Lösung des Problems sein.

Als in der Zucht stehende Hunde würde dann die DNA der Eltern und Großeltern in dieser Bank eingelagert sein und könnte für die Forschung freigegeben werden.

 

Des Weiteren würde das Material der DNA-Banken aber auch für eventuell später notwendige Abstammungsnachweise zur Verfügung stehen. Bei der Frage nach der Abstammung geht es um Klärung, ob eine vermutete Verwandtschaftsbeziehung bestätigt oder ausgeschlossen werden kann. Zuweilen ist es notwendig, einen Abstammungsnachweis noch nach dem Tod z.B. eines der Elternteile durchzuführen. Hierfür kann dann auch die in einer DNA-/BIO-Bank eingelagerte DNA-Probe des jeweiligen Hundes (natürlich nicht ohne Einverständnis des Besitzers) genutzt werden.

Auf Grund der schnell fortschreitenden Weiterentwicklung molekularbiologischer Möglichkeiten, besonders jetzt nach der Entschlüsselung des gesamten Hundegenoms (Genom = Gesamtheit der Erbinformation), können derartige DNA-/BIO-Banken zukünftig noch zusätzliche Vorteile bieten, die heute noch nicht klar ersichtlich sind.

Prof. Dr. med. Jörg Thomas Epplen,
Ruhr-Universität Bochum, Humangenetik


Genetik und Zucht

A. Prof. Dr. med.vet. Irene Sommerfeld-Stur (vormals Institut für Tierzucht und Genetik an der Veterinärmedizinischen Universität Wien) hat mir freundlicherweise erlaubt einige ihrer Aufsätze auf der  HP des Lundehund e.V.  zu veröffentlichen. Frau Sommerfeld-Stur ist bekannt dafür, dass sie eigene Meinungen, die oft in Widerspruch zu den offiziell herrschenden Thesen stehen, vertritt. Ihre Denkanstöße haben mehr als einmal zu einem Umdenken in der Zucht geführt. Auch bei den Lundehundzüchtern und -besitzern werden bestimmt nicht alle ihre Thesen auf fruchtbaren Boden fallen, bestimmt aber zum Nachdenken anregen.

Beispiel: Zuchtgruppen werden nach Ähnlichkeit beurteilt, warum nicht nach Variation, denn je größer die Variation ist, je größer die Gen-Diversität.

 

Lesen Sie hierzu:

> Kreuzungszucht

> Genetische Varianz


Neubeginn der Lundehundzucht in Norwegen 1960

Nachdem die Rasse zweimal durch Staupeepidemie nahezu ausgestorben war, erhielt 1960 Eleanor Christie 3 Lundehundwelpen von Monrad Mostad auf Værøy, den Rüden «Rune» und die beiden Hündinnen »Rind» und «Eir». Bald kam noch ein Welpe hinzu, der Rüde «Piljo». Später kam auch ein erwachsener Rüde «Buster» aus Overhalla, aber geboren auf Værøy dazu. «Rune», «Rind» und »Eir» waren Wurfgeschwister und «Piljo» ein Halbbruder. Aus der Paarung «Eir» x «Rune» und «Eir» x «Buster» entstanden insgesamt 4 Welpen,

3 Hündinnen und 1 Rüde. «Buster» war sehr paarungsfreudig und wurde Vater von weiteren Welpen. Aufgrund dieser starken Inzucht wurde eine sehr hohe Sterblichkeit beobachtet.

Schon am Anfang wurde das Kreuzen mit der Rasse Buhund in Erwägung gezogen, es wurde aber von maßgebenden Wissenschaftlern abgelehnt, da befürchtet wurde, dass die einzigartigen anatomischen Eigenschaften verloren gehen könnten.

Ende der 60er Jahre trat auch mehrfach eine unbekannte Krankheit auf, was einfachheitshalber und vorläufig «Lundehundsyndrom» genannt wurde. (Anm.: Dies führte dazu, dass einige unbelehrbare sich an diesem Begriff festklammerten wie an einem Rettungsring. Wikipedia schreibt sogar, dass diese Krankheit nur bei den Lundehunden vorkommt!! was doch längst widerlegt ist). Dieses vermehrte Auftreten der damals unbekannten Krankheit hatte zur Folge, dass «Ch. Piljo» mit der Buhundhündin «Sussi» gepaart wurde. Weitere Paarungen folgten, die 4. ergab die Hündin «Mira» und den Rüden «Tell» mit 15/16 Anteil Lundehund. Sie wurden daraufhin beim NKK als Lundehunde registriert. Inwieweit diese beiden zur Zucht verwendet wurden, konnte in DogWeb nicht ermittelt werden.

Quelle: Hundesport 5(1973)158
© Stein-Erik Greter


Bericht über Arbeitstreffen:

Lundehundezucht im DCNH

Standortbestimmung und Gestaltung der Zukunft am 19.11.2011 in Karben.

Den vollständigen Artikel lesen Sie hier.