Der norwegische Lundehund Teil 5


In Norwegen gab es vor ein paar Jahren eine Umfrage „Wo schläft ihr Hund"? Die meisten gaben an, abends neben dem Bett, morgens aber im! Es war nicht ohne Grund, dass er in Måstad im Winter häufig als Wärmekissen verwendet wurde!

 

Wenn der Hund zu Hause in Ruhe liegen kann, ist er genau so zufrieden wie wenn er den ganzen Tag wandern kann. Es gibt in Norwegen mehrere Hunde, die sind „Begleithunde" bei den Schlittengespannen, denn obwohl er klein ist, ist er extrem kräftig und ausdauernd. Ich habe erlebt, dass zwei Hunde einen Erwachsenen locker auf Skiern, bei normalen Schneeverhältnissen und waagerechtem Untergrund, ziehen können. Da die Hunde extrem neugierig sind, werden in Norwegen gelegentlich Hunde im Frühjahr von Kreuzottern gebissen, so dass es dort üblich ist, beim Spaziergang ein Gegenmittel mitzunehmen.

 

Zu Hause muss man beim Gehen stets aufpassen, denn der Hund läuft immer um einen herum und wenn man arbeitet, liegt der Hund „immer im Wege". Wenn der Hund im Korb, im Sessel oder sonst irgendwo liegt, fällt es auf, dass sie sich wie Katzen putzen. Deshalb ist es nicht nötig Fellpflege zu machen, das erledigen sie selbst. Es gibt genügend Beispiele von Hunden, die in 10 Jahren, außer mit den Pfoten, nicht unter der Dusche waren, aber keinen Geruch verbreiten.

 

Als Wachhund ist er total ungeeignet, er bellt gern wenn Leute in der Nähe sind oder vorbei laufen, aber wenn die erst drinnen sind, will der Hund gekrault werden. Da die Hunde früher mehr oder weniger frei lebten, haben sie eine Abneigung gegen Zwang; sie können viel machen, es muss aber freiwillig sein. Die Rasse ist berüchtigt sich im Ring bei Ausstellungen nach dem Motto „genug ist genug" querzustellen. Einmal habe ich erlebt, dass der Richter sich nach mehreren Laufrunden nicht entscheiden konnte; das konnten aber die Hunde, die machten „Sitzstreik".

 

Aufgrund einiger Horrorgeschichten sind viele Welpenkäufer unsicher was für Futter verwendet werden solle. Viele Züchter haben die Erfahrung, dass Futter mit hohem Anteil Fisch oder Geflügel von Vorteil ist. Man kann auch Geflügel, mageren Fisch (nicht Lachs, Makrele oder Hering) und Gemüse (z. B. Möhren und Kartoffeln) selbst kochen. Von dem Sud kann man das Fett abschöpfen, das Ganze passend zusammen-mischen und in kleinen Portionen einfrieren, besseres Futter gibt es nicht.

 

Außerdem sollten sie täglich etwas Naturjoghurt und/oder Hüttenkäse essen. Jemand hat einmal gesagt, wenn man einen Lundehund hat, hat man eine Mischung von einer Katze (wg. Beweglichkeit), einem Fuchs (wg. Schläue) und einem Wolf (wg. Ausdauer). Eine goldene Regel, um nicht zu scheitern: Man muss mit diesem Hund, nicht gegen ihn arbeiten, denn sonst ist man auf der Verliererseite.

 

Es ist eine Tatsache, dass der Lundehund eine sehr gesunde und robuste Rasse ist; es gibt mehr als genug Beispiele von Hunden, die 15 Jahre und älter geworden sind. Da in den 50er Jahren nach zwei Staupe-epidemien wegen Impfstoffmangel im Krieg nur noch ein paar Hunde überlebt hatten, die wohl damals die Disposition hatten, im Abdominalbereich zu erkranken (IL und PLE-Syndrom), hat dies zur Folge, dass nach heutigem Wissensstand jeder Hund diese Disposition hat. Dies ist ein ernstes Problem, doch nicht so ernst wie gelegentlich dargestellt wird (angeblich Qualzucht, Damoklesschwert, kurze Lebensdauer oder immense Kosten für Tierärzte und Medikamente). Das größte Problem ist, dass die Symptome plötzlich und anscheinend ohne jede Vorwarnung und in jedem Alter auftreten können, weshalb regelmäßige präventive Blutuntersuchungen, was von einzelnen vorgeschlagen wird, völlig nutzlos sind, aber für den Hund einen nicht zu vernachlässigenden Stressfaktor darstellen; dasselbe gilt auch für Vitaminzugabe durch Injektionen, es gibt andere Verabreichungs-formen. Über den oder die Auslöser für die Krankheiten gibt es viele Meinungen, es scheinen sich aber drei Ursachen heraus zu kristallisieren, Stress und falsche Ernährung und, was erstaunlich ist bei genetisch bedingten Erkrankungen, Übertragung. Wenn der Besitzer bzw. die Besitzerin die Symptome rechtzeitig, was besonders wichtig ist, bemerkt, richtig deutet, den Tierarzt konsultiert und dann sofort mit der richtigen Therapie beginnt, kann die Krankheit innerhalb kürzester Zeit überwunden sein und braucht auch nie wieder aufzutreten.

 

 

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