Lundehundstory: Der norwegische Lundehund

Es handelt sich hierbei um eine Schilderung, die den Werdegang des Lundehundes von Urzeiten an bis heute aufzeigt.

Humorvolle Beschreibungen machen diesen Bericht zur amüsanten Lektüre.

Der norwegische Lundehund (Norsk Lundehund) - FCI 265

    
Aufgrund der DNA-Analyse von Mitochondrien (mtDNA), die nur über die Mütter vererbt werden und sich deshalb besonders gut eignen, haben Entwicklungsbiologen festgestellt, dass die ersten Hunde aus dem Wolf vor etwa 16.000 Jahren domestiziert wurden. Dies geschah, nach heutigen Kenntnissen, etwa gleichzeitig in zwei Gebieten, Ost-Afrika und Südost-Asien, südlich des Yangtse.

 

 

Der Zoologe und Wolfforscher Erik Zimen definiert Domestizierung folgendermaßen: „…ein Prozess genetischer Veränderungen in einer ursprünglich wilden Population von Tieren oder Pflanzen, wenn diese über viele Generationen unter günstigen Zuchtbedingungen genetisch isoliert von der wilden Form gehalten wird…“. Von ihm stammt auch den Satz „zwei Seelen in der Brust des Hundes“. Wie die Wölfe domestiziert wurden liegt im Unklaren, aber einige Entwicklungs-biologen sind der Auffassung, dass die Steinzeitmenschen nicht imstande waren über Generationen eine genetische Isolierung, die für das Domestizieren notwendig ist, zu garantieren. Diese sind der Meinung, dass „zahmere“ Wölfe, d. h. Wölfe mit geringerer Fluchtneigung sich selbst domestizierten, indem sie von der Nähe der Menschen profitierten. Was gut in diese Theorie passt ist, dass Verhaltensforscher von der Max Planck Gesellschaft und der Harvard

Universität festgestellt haben, dass kein Tier menschliche Signale so gut versteht wie der zahme Wolf, und dies kann man etwa eins zu eins auf den Hund übertragen.

 

Die asiatische Linie trennte sich in prähistorische Spitzhunde und andere prähistorische Hunde, und die Spitzhunde verbreiteten sich über China und Sibirien nach Skandinavien. Da an den asiatischen Spitzhunden weit weniger herumgezüchtet wurde als an Hunden des afrikanischen Zweigs, sind sie ursprünglicher, d. h. sie sind dem Wolf näher. Das sieht man u.a. an den schwarzen Haaren an der Rute, da wo die Violdrüse liegt bzw. lag. Anfangs war der Hund ein „Universaltier“, geeignet für alles, wie Jagen, Hüten, Wachen, Schlitten ziehen, und selbst als Futter. Konrad Lorenz war der Meinung, dass nur die nordischen Spitzhunde vom Grauwolf abstammten, während alle anderen Rassen vom Goldschakal abstammten. Diese Theorie hat sich aber durch DNA-Analysen als falsch erwiesen.

 

Da die Hunde nur etwa 16.000 Jahre alt sind, die ersten Funde von norwegischen Hunden (Varangerhund) um die 7000 Jahre alt sind und die letzte Eiszeit ihr Maximum vor etwa 18.000 Jahren hatte, ist die Theorie, dass der Lundehund, als direkter Nachfolger des Wolfes, auf einigen eisfreien Gebirgsspitzen auf den Lofoten und Vesterålen überlebt habe, nicht haltbar. Da alles nicht in den zeitlichen Rahmen passt und auch keine Artefakte oder Knochenreste gefunden wurden, kann man diese Theorie als extrem unwahrscheinlich bezeichnen. Auch wenn bekannt ist, dass Tiere, wenn sie isoliert werden und nur einen begrenzten Zugang zu Futter haben, sich verkleinern um die Verbrennung zu reduzieren, nämlich weniger Futterverbrauch um die genetischen Variationen aufrecht zu erhalten, hat dies nur einen Einfluss auf die Größe, nicht auf die Vielfalt, d.h. wenn Wölfe dort überlebt haben, wurden sie trotzdem keine Lundehunde, sondern nur kleinere Wölfe.

 

Da alle nordischen Spitzhunde viele genetische Ähnlichkeiten (mtDNA haplotype) aufweisen, kann man davon ausgehen dass alle von einigen wenigen domestizierten primitiven Hunden, die irgendwann nach Norden kamen, abstammen.   

 

Dieser Hund könnte der sogenannte Torfhund gewesen sein, so dass dieser die „Urmutter“ aller Nordischen Spitzhunde wäre.

 

 

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